"Angst ist ein schlechter Begleiter!" , sagte er.

Angst - Sie hemmt, sie lähmt, sie vermeidet.... Finde die richtigen Fragen für mehr Klarheit und  mehr Vertrauen
Angst - Sie hemmt, sie lähmt, sie vermeidet.... Finde die richtigen Fragen für mehr Klarheit und mehr Vertrauen

 

"Angst ist ein schlechter Begleiter!", sagte er, als wir auf dem Felsen standen. Meine Vater, meine Freundin und ich. Wir waren in den Bergen und nun an den Punkt gekommen, wo es kein Grün mehr gab. Nur noch karge Felsen, Stein und Geröll. Es ging ans Klettern. Immer höher. Wolken zogen über uns und der Wind wurde ein wenig stärker. Mein Vater, ein vernünftiger Bergsteiger, hatte keine Bedenken. Ich schon, ich hatte Angst. Irgendwann weigerte ich mich einfach weiterzugehen. Da ich mich weigerte, mussten mein Vater und meine Freundin sich mir anpassen und zurück gehen.

 

Würde ich heute anders entscheiden? Vermutlich nicht. Angst ist ein schlechter Begleiter, weil sie unseren Verstand abstellt. Wir treffen keine rationalen Entscheidungen mehr. An sich, ist das auch eine gute Einrichtung. Vor dem vielzitierten Säbelzahntiger brauchen wir keine Angst mehr zu haben, aber wenn wir plötzlich ein Auto auf uns zurasen sehen und wir dann erst einmal abwägen würden, wer denn jetzt ausweichen muss oder wer sich jetzt gerade nicht richtig verhält.... Du kannst es dir denken!

 

Über die Angst gibt es verschiedene Theorien. Es gibt die begründete Angst (auch Furcht genannt) und die unbegründete Angst. Im Alltag hilft uns das aber nicht wirklich weiter, denn Angst tarnt sich oft als Vernunft. Die Angst denkt sich vernünftige Argumente aus, warum wir dieses oder jenes nicht tun sollten. Sobald wir etwas verändern wollen, springt die Angst auf und ruft: "Hast du dir das auch genau überlegt? Was ist wenn.... Klappt das überhaupt? Was werden deine Freunde/deine Kollegen/deine Familie denken oder gar sagen?"

 

Ich empfinde mich nicht unbedingt als ängstlichen Menschen, aber um ehrlich zu sein, wenn ich mich mit anderen vergleiche (was man ja nicht tun sollte), dann stelle ich fest, das ich Ängste habe, die andere nicht unbedingt haben.

Ich gucke keine Krimis mehr, weil ich weiß, dass ich anschließend Angst habe. Ich habe immer wieder Phasen, in denen ich nachts wach werde und mir 100%ig sicher bin, dass Einbrecher im oder am Haus sind. Dann liege ich schreckerstarrt im Bett. Ich gehe nicht mehr gerne im Wald joggen, weil ich Angst vor Wildschweinen habe.... So ließe sich diese Liste weiterführen. Endlos? Nein, endlos nicht. Seitdem ich mich damit arrangiert habe, komme ich damit auch ganz gut klar. Ich liege dann im Bett und denke: "Aha, da ist sie wieder, die Angst, die mich an der Nase herumführen möchte..."

 

 

Ist es Angst oder Gewahrsein?

"Ist es Angst oder ist es Gewahrsein?", fragen die anderen Theoretiker. Das mit dem Gewahrsein ist auch so eine Theorie, mit der wir uns dem Kern der Angst nähern. Ist es eine begründete Angst? Vielleicht nehme ich einfach intuitiv wahr, dass es echte Gründe gibt für die Angst... Wenn du gerade eine Dokumentation über Einbrecher gesehen hast, dann ist wohl kein Gewahrsein. Sondern du bist dem Medium einfach auf den Leim gegangen, denn die Dokumentation bezweckt, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt. Vielleicht sollst du sogar Vorsichtsmaßnahmen ergreifen/ Versicherungen abschließen .... what ever....  Wenn aber in deiner Wohnsiedlung in den letzten Nächten in Reihe häufiger eingebrochen wurde, dann ist ein gewissen Gewahrsein sicherlich sehr gesund. Gewahrsein kann auch bedeuten, dass du eigentlich nie Angst vor Einbrechern hast, aber an diesem bestimmten Abend hast du, warum auch immer, ein ganz komisches Gefühl. Du schließt noch mal extra ab und schaust, dass alle Fenster wirklich verschlossen sind.... vielleicht hast du einfach intuitiv etwas wahrgenommen.

 

Aber dieses Gewahrsein ist häufig auch nicht so einfach zu deuten. Wenn du von Ängsten geplagt bist, und das sind nicht wenige Frauen, dann wirst du jetzt denken "Schön und gut, aber wenn ich Angst habe, dann habe ich Angst!"

Angst kann lähmen, schützen, ablenken und Angst kann eine sehr effektive Vermeidungsstrategie sein. Vermeidungsstrategie? Ja genau, manchmal klammern wir uns an die Angst, weil wir uns dann vorgaukeln können, nichts verändern zu müssen. Schließlich hat uns die Angst ganz vernünftige Gründe eingehämmert: "Wechsel deinen Arbeitsplatz lieber nicht, schließlich weißt du nicht, wie die Kollegen sind/ die Vorgesetzten/ dein Status / wie der Laden läuft!" Eigentlich vernünftige Gründe, aber am Ende ist es nur getarnte Angst. Angst vor Veränderung!

 

Was kann ich gegen die Angst tun?

"Aber woher soll ich denn jetzt wissen, ob es echte begründete Angst ist oder nicht?", hör ich dich rufen.  " Schließlich gibt es doch vernünftige Gründe, seinen Arbeitsplatz nicht zu wechseln/ nicht in den Wald zu gehen/ sich vor Einbrechern zu schützen ....!"

Ja, gibt es. Es gibt sehr vernünftige Gründe! Frage dich doch mal:

  • Wie würde ich entscheiden, wenn ich keine Angst hätte?
  • Wie würde ich mich fühlen?
  • Was würde ich tun?
  • Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich keine Angst hätte?

 

Hui, da geht die Sonne auf, da tun sich plötzlich so viele Möglichkeiten auf, was du alles machen könntest.

Ja, die Angst ist ein schlechter Begleiter. Sie ist wie der Gegenwind. Vielleicht nicht ständig da und spürbar, aber er hindert dich daran geschmeidig voran zu kommen. Irgendwann geben wir vielleicht auf und machen es uns in unserer Komfortzone kuschelig. Da weiß ich wenigstens was ich habe.... Ja, das weißt du dann, aber bist du dann wirklich zufrieden? Lebst du dann wirklich dein Leben? Also, ich habe nur das eine.....

 

Lass dir von deiner Angst nicht die Zukunft, die Perspektive und den Glauben an dich selbst rauben! Und noch mal, wie wäre dein Leben, wenn du keine Angst hättest? Was würdest du morgen, übermorgen in naher Zukunft tun?

Der Feind der Angst ist das Vertrauen! Vertrauen in dich, in das Leben in " das wird schon". Was könnte schlimmstenfalls passieren? Das ist die zweitwichtigste Frage, wenn du etwas verändern willst, wenn du etwas Neues starten willst.

 

Manchmal sind die Verändungen vermeintlich klein: Du willst an den Feiertagen nicht mehr deine Verwandten besuchen? Oder du willst deiner Kollegin endlich mal sagen, dass sie dich nicht mit ihren Problemen zuquatschen soll? Oder du willst dich mitten am Vormittag ins Bett legen auch wenn du dann verschlafen aussiehst, wenn jemand an der Tür klingelt? Oder du willst eine Veränderung in der Beziehung? Oder du willst nicht das tun, was jeder tut?

Was würdest du tun, wenn du keine Angst vor dem nächsten Schritt hättest? Würdest du es dann tun?

 

Kannst du dich an die Zeit als Kinder erinnern, als du Angst hattest Erwachsene anzusprechen? Du für dich hattest Gründe, es nicht zu tun.... Deine Eltern haben dir vielleicht gesagt: " Du brauchst keine Angst zu haben, dir tut doch niemand was!" Wenn du keine Angst hattest, hast du die Erwachsenen einfach angesprochen.... es gab tatsächlich keine Gründe dagegen.

Wenn du dir die Frage stellst, wie würde ich mich entscheiden, wenn ich keine Angst hätte und es fallen dir dennoch Gründe ein, dann ist die Angst wohlmöglich berechtigt. Vielleicht ist es das oben beschriebene Gewahrsein.

 

 

Der Informations - Overkill

Mache dir bewusst, desto mehr du dich dem Informations-Overkill öffnest, sei es durch Zeitung, Fernsehen, Internet, Facebook oder auch deine Mitmenschen, desto mehr machst du die Ängste anderer zu deinen. Frage dich bei deinen Ängsten: Sind es meine oder habe ich sie jemandem abgekauft?

 

Ja, kein leichtes Thema, das Thema mit der Angst. Gerade jetzt packt die Angst uns immer wieder. Der politische Irrsinn, der Terror um uns herum, teils (gefühlt) ganz nah, macht uns zu schaffen. Auch hier: Wie weit öffnest du dich dem ganzen? Möchtest du politisch sehr gebildet daher kommen, immer dicht am Tagesgeschehen? Dann brauchst du ein dickes Fell. Ich entscheide mich lieber für die " So viel wie nötig an Infos, so wenig wie möglich" - Variante. Ich komm auch klar. Was könnte mir schlimmstenfalls passieren.....

Brauchst du Unterstützung?

Manchmal ist es nicht so leicht, wenn wir in unserem eigenen Sumpf stecken! Wir wissen dann zwar, dass es so nicht weiter geht und doch fällt es uns schwer, uns aus dem Sumpf herauszuziehen. Manchmal sehnen wir uns nach der helfenden Hand, jemand, der uns an die Hand nimmt .... mit den richtigen Tools, sodass aus Schwere Leichtigkeit wird. Geht es dir auch so? Dann biete ich dir mein kostenloses Kennenlerngespräch an.

Im Kennenlerngespräch nehme ich mir Zeit für dich:
Ich schenke dir 20 Minuten meiner Zeit. Ganz in Ruhe. Ich höre dir zu  und gebe dir Klarheit:  Welche Veränderungen sind für dich möglich. Anschließend stelle ich dir unterschiedliche Möglichkeiten unserer Zusammenarbeit vor. Am Telefon lernst du mich erstmal ganz unverbindlich kennen. Buche jetzt eines von 3 Gratisgesprächen im Monat hier:


Hier noch mal die Fragen:

  • Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
  • Wie würde dein Leben aussehen, wenn du keine Angst hättest?
  • Was könnte schlimmstenfalls passieren?
  • Ist es deine Angst oder kommt sie woanders her? Wem hast du sie abgekauft?
  • Wobei helfen dir deine Ängste? Was vermeidest du?

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir einen Kommentar zu diesem Thema hinterlässt. Wie ergeht es dir mit Ängsten? Machen dir das Weltgeschehen Angst? Wie gehst du mit Alltagsängsten um?

 

Mit vertrauensvollen Grüßen :-)

Nicole

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Cordula-Maya Rosenberg (Dienstag, 25 April 2017 20:34)

    Liebe Nicole,

    vielen Dank für Deinen Artikel, der mich an der einen oder anderen Stelle hat aufhorchen lassen! In dem Sinne, dass ich mich ertappt gefühlt habe!

    Toll geschrieben und gleich fühle ich mich inspiriert mit der einen oder anderen Angst aufzuräumen, die mich schon länger verfolgt! z.B. die Wildschweine beim Waldspaziergang! Sie sind mir schon begegnet: riesig und grunzend! Aber deshalb gleich befürchten, dass die sich jetzt hinter jedem Baum verstecken??? Eingentlich unnötig und ich werde ab jetzt darauf vertrauen, dass ich im Fall der Fälle schneller auf dem Baum bin!

    Die Angst vor Einbrechern ist dagegen substantieller, da wir das schon erleben mussten. Hier werde ich noch einmal in mich gehen, ob meine Angst sich noch länger halten muss.

    Auf viele Informationen von außen verzichte ich bereits bewußt, so wie Du auch schreibst, denn ich geben lieber positive Nachrichten weiter, als immer nur vom Schrecken zu reden.

    Herzliche Grüße
    Cordula-Maya

  • #2

    Nicole von Neue Wege Entdecken (Dienstag, 25 April 2017 20:48)

    Liebe Cordula-Maya,
    Es freut mich sehr, dass ich dich gedanklich mit meinen Worten inspirieren konnte. Danke, dass du so offen kommentiert hast. Ob Einbrecher oder Wildschwein, beide wollen von uns nichts. Die Einbrecher wollen nur unsere Wertgegenstände ( so sagt es mir mein Mann der Polizist ist) und die Wildschweine wollen nur in Frieden im Wald leben. Vielleicht ein tröstlicher Gedanke, wenn es darum geht, wie man mit der Angst umgeht :) Liebe Grüße Nicole

  • #3

    Verena Bunte (Mittwoch, 26 April 2017 17:28)

    Liebe Nicole,
    huh, mit der Angst sprichst du etwas sehr wichtiges an. Bevor ich mit innerer Arbeit begonnen habe, war ich mir meiner Ängste kaum bewußt. Die Angst vor Einbrechern ist eine bewußte Angst, aber die Angst du mich hemmt, die mich vor Veränderungen zurückhält, dass dort tiefe Ängste hinterstecken, war mir nicht immer bewußt.
    Den Informations-Overkill habe ich zum Glück schon lange hinter mir gelassen und es geht mir damit wunderbar.
    Viele liebe Grüße, Verena

  • #4

    Nicole von Neue Wege Entdecken (Mittwoch, 26 April 2017 17:38)

    Hallo liebe Verena, das ist noch mal eine spannende Unterscheidung, die du da ansprichst: Bewusste und unbewusste Angst. Danke für den Impuls ☺ Liebe Grüße Nicole

  • #5

    Rainer (Freitag, 05 Mai 2017 10:25)

    Guter Beitrag, der es auf den Punkt bringt. Angst ist aus meiner Sicht ja erst dann lähmend, wenn sie bewusst da ist und immer wieder hoch kommt. Ein wenig Angst bzw. Respekt schadet nicht, aber das kann auch leicht umschlagen.

  • #6

    Nicole von Neue Wege Entdecken (Freitag, 05 Mai 2017 14:26)

    Danke Rainer, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Dein Kommentar hat mich noch mal zum Nachdenken gebracht... Ich glaube schon, dass auch unbewusste Angst lähmen/hindern kann. Vielleicht sogar noch mehr, nur können wir sie nur schwer reflektieren, weil die Angst dann ja unbewusst ist.
    Liebe Grüße Nicole