Frauen, die sich was trauen

Frauen, die sich was trauen. Dieses Mal in meinem Beitrag Andrea Sander, die schon früh den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat.  Hat sie es bereut?
Frauen, die sich was trauen. Dieses Mal in meinem Beitrag Andrea Sander, die schon früh den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat. Hat sie es bereut?

In diesem Beitrag meiner neuen Reihe "Frauen, die sich was trauen!" stelle ich dir Andrea Sander vor. Andrea Sander ist eine Frau, die sich was getraut hat. Schon früh ist sie ihren eigenen Weg in die Selbständigkeit gegangen und ist ihrer Leidenschaft gefolgt. Es war nicht immer leicht und natürlich gab es Höhen und Tiefen...

 

Kennengelernt habe ich Andrea Sander in meinem Yogakurs. Irgendwann erfuhr ich, dass sie einen mir bekannten Laden in der Innenstadt Warburgs betrieb. Mir war der Laden aufgrund seiner interessanten Kombination von Mode und Kosmetik aufgefallen. Ein spannendes Konzept fand ich und vereinbarte einige Zeit später mit ihr einen Termin. Ich war einfach neugierig und wollte wissen, welchen Weg sie gegangen war, bis sie zu diesem Konzept gefunden hatte.

 

Andreas Weg

 

Begonnen hat ihr beruflicher Weg, als sie mit 16 eine Frisörlehre begann. Dies ist nun 40 Jahre her. Wie sie mir erzählte, hätte sie lieber eine Kosmetikerin-Ausbildung gemacht, aber das gab es damals noch nicht als Ausbildungsberuf. Interessant wie viel sich doch inzwischen geändert hat! So nahm sie den Weg über die Frisörausbildung. Und auch hier merkte sie immer wieder, dass ihr gerade dieser Bereich besonders Freude machte.

Mit 25 war es dann soweit, sie meldete sich bei einer Kosmetikschule an und finanzierte diese dadurch, dass sie nebenbei arbeitete. Später heiratete sie, bekam ein Kind und war zunächst zu Hause. Zwar half sie ihrem Mann (von dem sie sich später trennen würde) zunächst im Büro, merkte aber schnell: Das war nicht ihr Weg.

Ich wollte einfach mein Ding machen

Sie hielt ihre Augen offen und ergriff die Chance als sie sich ihr bot: Sie übernahm den Kundenstamm einer mobilen Fußpflege und reiste zunächst als Fußpflegerin durch die Lande. Nachdem sie einen Raum angeboten bekommen hatte, verwirklichte sie ihren Traum als selbstständige Kosmetikerin und bot nun neben der Fußpflege auch Kosmetikbehandlungen an.

 

Ihr Konzept

Angefangen ist sie mit Fußpflege, dann kam Kosmetik dazu. Zwischendurch nahm sie aufgrund ihrer eigenen Rückenprobleme Fitness in Form von Ergometer und Vibrationsplatte hinzu. Das war eine zeitlang ganz erfolgreich. Heute sagt sie dazu: „Das war ein Trend – wie so oft bei Fitnessgeräten- und der ist nun vorbei.“ Inzwischen hat sie ihre Leidenschaft für Mode in ihr Konzept eingebunden und hat nun eine Mischung aus Kosmetik- und Modeboutique. Sie führt kosmetische Behandlungen durch und präsentiert in ihrem Laden Modekollektionen und Accessoires. 

 

Hürden

Als ihr Sohn 5 war, trennte sie sich von ihrem Mann. Die Zeit als selbstständige und alleinerziehende Mutter war nach ihren eigenen Worten hart. „Damals gab es noch keine so gut ausgebaute Kinderbetreuung wie heute!“. Sie jonglierte Selbstständigkeit, die Betreuung ihres Sohnes indem sie einige Nachmittage nicht arbeitete oder die Familie in Anspruch nahm. Dennoch sagt ihr Sohn heute (25), dass er immer das Gefühl hatte, sie sei für ihn da und stets erreichbar gewesen. Für ihn sei es wichtig gewesen, dass er sie auch im Kosmetikstudio erreichen und ansprechen konnte.

 

Für ihr eigenes Privatleben war jedoch wenig Raum. Zeit und Energie investierte sie in ihr Familienleben und in ihre Selbstständigkeit. Ehrlich meint sie: „Ich weiß gar nicht, wie ich das damals alles geschafft habe!“ Und ja, trotz der Höhen und Tiefen (die in keiner Familie fehlen) gelang es ihr, einen guten Weg zu finden. Eine weitere Hürde stellte das Einzelkämpfertum dar:  Der Austausch mit anderen Selbstständigen fehlte ihr mitunter sehr. Denn schließlich ist ein solcher Austausch nicht nur für inhaltliche Fragen äußerst wertvoll, sondern auch dafür, um sich einfach mal Freud und Leid erzählen zu können. Es ist so wichtig die Erfahrung zu machen, dass es anderen Geschäftsfrauen genauso geht und frau nicht allein mit den Problemen ist.

 

Den Balanceakt gemeistert

Und so meint sie nun: „Heute führe ich mit meinem Sohn eine Beziehung auf Augenhöhe, es ist eine sehr entspannte Beziehung und ich genieße die Zeit mit ihm sehr.“ Es kostete sie damals sehr viel Kraft allem gerecht zu werden: Ihrem Sohn und ihrer Selbstständigkeit. Dabei half ihr ihre Motivation und ihre Begeisterungsfähigkeit, sich immer wieder auf neue Herausforderungen einzulassen und Probleme zu meistern. Nicht immer war es einfach in der Selbstständigkeit ständig präsent zu sein und eigentlich nie abzuschalten zu können. Ein Wochenende, wie viele es kennen, gab es für sie nicht. Die Zeit nutzte sie, um liegengebliebene Arbeiten im Laden aufzuarbeiten. Dennoch höre ich ihre Begeisterung, wenn sie von ihrem Weg, von ihrem Laden spricht.

 

Neue Wege entdeckt

Andreas Motor über all die Jahre war ihre eigene Neugier. Diese ließ sie immer wieder neue Wege für ihr Business entdecken. So probierte sie immer wieder neue Wege aus und stellte fest, manche Dinge waren einfach Trends, andere blieben. Andrea blieb nie stehen, sondern veränderte sich stetig, hielt nach neuen Trends Ausschau. Dabei war ihr Leitmotiv stets: „ Was interessiert mich, was macht mir selbst Spaß?“ Sie machte  aus der Not eine Tugend, indem sie ihre eigenen Interessen mit Innovationen in ihrem Business verband. So konnte sie das tun, was vielen Frauen oftmals fehlt: Sie konnte sich selbst verwirklichen, sich selbst finanzieren und ein selbstbestimmtes Leben führen. Auch als Mutter!

 

Mit Recht stolz ist Andrea, dass sie ihren Laden aus dem Nichts aufgebaut: Ohne Kredite, ohne Mann „im Rücken“! Seit 20 Jahren ist sie nun selbstständig und hat es über all diese Zeit ohne Kredite geschafft. Renovierungen nahm sie überwiegend in Eigenleistung vor. Immer wieder investierte sie Gewinne in ihr Business. „Chapeau Andrea! Eine tolle Leistung!“, kann ich da nur sagen. Stolz ist sie auch auf ihren Sohn und wie ich finde, kann sie auch stolz darauf sein, was sie in Bezug auf ihren Sohn geleistet hat.

Andreas Vision

Auf die Frage nach ihrer Vision meint sie ganz spontan, dass sie mehr Privatleben möchte, mal einen freien Nachmittag, regelmäßig Urlaub... Ein Ziel für die nächsten 10 Jahre ist es, dass ihr Geschäft auch unabhängig von ihr selbst läuft. Vielleicht jemanden einstellen, der sie entlastet?  Etwas später fügt sie noch hinzu, dass sie in ihre Arbeit noch mehr Kreativität einfließen lassen möchte. Typisch für Andrea, auch hier hat sie schon eine Idee, eine Vision. Gut könnte sie sich vorstellen, dass aus ihrem derzeitigen Hobby ein Geschäftsmodell wird: Das Aufarbeiten von Möbeln im Shabby Chic – Stil bzw. Vintagestil.  Eine Tätigkeit bei der sie die Zeit vergisst. Eines ist klar für sie, das nächste Jahrzehnt soll der Kreativität gewidmet sein. Vielleicht auch in Form von Workshops.

 

Bereut hat sie, dass sie sich zu wenig um sich selbst gekümmert hat. Als alleinerziehende Geschäftsfrau ist das natürlich auch nicht einfach. Allerdings hat sie sich das auch selbst nicht immer zugestanden. Ein Problem, welches viele Frauen haben: Sich selbst die Erlaubnis zu geben, sich um sich selbst zu kümmern. Sich selbst an erste Stelle zu stellen, ist immer noch ein schwieriges Thema für uns Mütter. Noch zu oft wird „sich um sich selbst kümmern“ mit Egoismus verwechselt. Mir fällt dazu immer das Beispiel mit den Sicherheitsanweisungen im Flugzeug ein: „ Zuerst die Sauerstoffmaske für dich, dann für deine Kinder!“ Was nützt eine Mutter, die selbst am Boden liegt....

Andreas Tipps

 

Heute ist ihr die Anerkennung von außen nicht mehr so wichtig. Inzwischen horcht sie viel mehr in sich hinein und schaut, was für sie stimmig ist. Hier sieht sie den großen Vorteil des Älterwerdens. Inzwischen kann sie mit vielen Themen entspannter umgehen und ist viel mehr bei sich selbst.

 

Und hier ihre ganz konkreten Tipps

  • Lass dich auf deinem Weg nicht entmutigen.
  •  Bleib bei dir und werde unabhängig von der Meinung anderer
  • Schau mehr darauf, was du willst und weniger, was andere meinen, was richtig ist.
  •   Gehe fürsorglich mit dir selbst um.

 Ich fand das Gespräch mit Andrea ganz beeindruckend. Beeindruckend deshalb, weil sie es geschafft hat, trotz einiger Hürden (Scheidung, Alleinerziehend und Selbstständig) sich selbst treu zu bleiben. Und nicht nur das, erfolgreich hat sie sich von ihren Interessen leiten lassen. Mutig hat sie step by step ein eigenes Business aufgebaut, und das ohne einen Kredit. Ich bin mir sicher, dass es ihr ebenso erfolgreich gelingen wird, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen: Mehr Zeit für sich und für ihre Kreativität.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass schon Napoleon Hill schon 1937 (!) in seinem Buch „Denke nach und werde reich“ festgestellt hat, dass die Hauptphase der Kreativität zwischen 40 und 60 liegt. Passt!

 

Hier findest du Andrea Sander

Andrea Sanders "Butik" Andiva  für Kosmetik, Pediküre und dänische Mode findest du in der Hauptstraße 8 in 34439 Warburg oder hier

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